Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kyoto gehört der Kiyomizu-dera-Tempel, der auch als fester Bestandteil vieler Japan-Rundreisen gilt.
Die buddhistische Tempelanlage, die am Hang des Otowa-Berges im östlichen Stadtbezirk Higashiyama liegt, bietet eine beeindruckende Aussicht über Kyoto. Der Name bedeutet "Tempel des reinen Wassers" und es wird auf die nahegelegene Otowa-Quelle verwiesen, der dem Ort seit Jahrhunderten spirituelle Bedeutung verliehen wird.
Die große Holzterrasse, die spektakulär über das Tal hinausragt, hat Kiyomizu-dera besonders berühmt gemacht. Sie wurde vollständig ohne Nägel errichtet und ist ein Meisterwerk traditioneller japanischer Holzarchitektur.
Die Tempelanlage, die ursprünglich im Jahr 778 errichtet wurde, wurde mehrfach erneuert und zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Zur Anlage gehören mehrere Hallen, Pagoden, Tore und kleinere Schreine, die sich auf dem Gelände verteilen. Ein besonderes Highlight ist die Otowa-Wasserfallstelle unterhalb der Terrasse, wo das klare Quellwasser in drei Strömen fließt, die für Gesundheit, Liebe und schulischen Erfolg stehen.
Viele Besucher trinken symbolisch daraus, denn es handelt sich dabei um einen alten Brauch mit großer Bedeutung.
Kiyomizu-dera ist für Besucher gut erreichbar. Vom Hauptbahnhof Kyoto fährt eine direkte Buslinie zur Haltestelle Gojo-zaka oder Kiyomizu-michi, die von dort aus weiter mit dem Taxi erreichbar ist. Von dort führt ein etwa 10- bis 15-minütiger Spaziergang durch historische Straßen wie Sannenzaka und Ninenzaka zum Tempel hinauf. Das sind belebte Gassen mit kleinen Teehäusern, Souvenirshops und Fotomotiven in traditioneller Atmosphäre.
Die Tempelanlage ist täglich geöffnet, meist von 8:00 bis 18:00 Uhr, der Eintrittspreis beträgt rund 400 Yen. Die Wege auf dem Gelände sind gut ausgebaut, allerdings teils steil und stellenweise uneben. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann der Aufstieg beschwerlich sein.
Für Besuchergruppen oder Individualreisende ist ein Aufenthalt von 1 bis 1,5 Stunden empfehlenswert.
In der Hauptsaison, in der die Kirschblüte im März/April und die Laubfärbung im November stattfindet, kann es sehr voll werden, weshalb es sich lohnt, in den frühen Morgenstunden zu kommen.
Als spiritueller Ort sollte man sich respektvoll verhalten, denn nur so kann man den Ort in seiner ganzen Bedeutung erfassen. Fotografieren ist im Außenbereich erlaubt, wobei man in den Hallen auf Hinweisschilder achten sollte.
Wer die Atmosphäre intensiver erleben möchte, kann in der Nähe eine traditionelle Teezeremonie besuchen oder einen Kimono mieten, um sich wie ein echter Japaner zu fühlen.
Ein Besuch des Kiyomizu-dera lässt sich wunderbar mit weiteren Sehenswürdigkeiten im Viertel Higashiyama verbinden, etwa dem Yasaka-Schrein, dem Kodai-ji-Tempel oder dem Philosophenweg. Auch der Gion-Bezirk mit seinen traditionellen Geisha-Häusern ist bequem zu Fuß erreichbar.