Der
Steinwald in Kunming, auf Chinesisch "Shilin" genannt, gehört zu den spektakulärsten Naturwundern Chinas und zählt zum
UNESCO-Weltnaturerbe. Etwa 90 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Kunming erhebt sich eine einzigartige Karstlandschaft aus bizarr geformten Kalksteinfelsen, die teilweise bis zu 30 Meter in die Höhe ragen. Die spitzen, säulenartigen Formationen erinnern an einen
versteinerten Wald und gaben der Region ihren treffenden Namen.
Der Steinwald ist rund 270 Millionen Jahre alt. In dieser Zeit bildeten sich Kalkablagerungen im Meer, die im Laufe der Erdgeschichte durch tektonische Verschiebungen, Erosion und Verwitterung ihre heutige Gestalt annahmen.
Das Gebiet umfasst den großen und kleinen Steinwald sowie weitere Bereiche wie den "Naigu Stone Forest". Diese sind weniger touristisch und noch ursprünglicher. Besucher spazieren auf gut angelegten Wegen durch schmale Schluchten, vorbei an Höhlen, Teichen und bizarr geformten Felsen, die oft Namen wie "Elefantentor" oder "Lotusblüte" tragen.
Neben der beeindruckenden Geologie spielt auch die Kultur eine wichtige Rolle: Im Gebiet des Steinwaldes lebt das Volk der
Sani, eine Untergruppe der Yi-Minderheit. Ihre farbenfrohen Trachten und traditionellen Feste, darunter das berühmte "
Fackelfest", verleihen dem Besuch zusätzliche kulturelle Tiefe.
Praktisch für Reisende: Von Kunming aus ist der Steinwald bequem per Bus oder Auto in etwa 1,5 Stunden erreichbar, wobei die Fahrtzeit je nach Verkehrsmittel variieren kann.
Für eine Besichtigung sollte man mindestens einen halben Tag einplanen. Besonders im Morgen- oder Abendlicht entfaltet der Steinwald seine mystische Atmosphäre und bietet eindrucksvolle Fotomotive.
Wer eine Rundreise durch Südchina unternimmt, sollte dieses Highlight auf keinen Fall verpassen, denn es vereint spektakuläre Natur, geologische Geschichte und lebendige Kultur auf einzigartige Weise.